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Gustav II. Adolf, König von Schweden
Die ganz unterschiedlichen militärischen Konflikte, die zwischen dem berühmten Prager Fenstersturz von 1618 und dem Westfälischem Frieden von 1648 Europa erschütterten und zu über einem Dutzend einzelner Kriege führten, wurden schon den Zeitgenossen zum “Dreißigjährigen Krieg” zusammengefaßt. Mit der katholischen Liga und der protestantischen Union gab es zu jener Zeit zwei gegeneinander gerichtete Konfessionsbündnisse im Reich, die Anschluß an verschiedene europäische Mächtegruppen suchten. Während die Liga von Spanien unterstützt wurde, traten Dänemark, Schweden und Frankreich als Gegner der katholisch- habsburgischen Koalition auf.
Gerade Thüringen und Sachsen, in der Mitte Deutschlands gelegen, wurden unabwendbar in die kriegerischen auseinandersetzungen hineingezogen. Während das erste Jahrzehnt des Krieges in Mitteldeutschland noch relativ ruhig verlief, kam es am Ende der zwanziger und in den dreißiger Jahren immer mehr zu den gefürchteten Durchmärschen großer Verbände. Um die Vorherrschaft Schwedens in der Ostsee und die Hegemonie über Norddeutschland zu sichern, landete im Juli 1630 der Schwedenkönig Gustav II. Adolf mit 13.000 Soldaten auf der Insel Usedom. Die schwedische Intervention funktionierte reibungslos. Nach der Besetzung Pommerns stieß Gustav Adolf nach Mecklenburg und Brandenburg vor. Nach der siegreichen Schlacht bei Breitenfeld im September 1631, bei der Kurfürst Johann Georg von Sachsen an der schwedischen Seite gegen das Heer der katholischen Liga kämpfte, drang der Schwedenkönig sogar noch weiter nach Süden vor. Innerhalb eines Jahres hatte er Nord- und Mitteldeutschland unter seine Kontrolle gebracht. In Erfurt, wo Gustav II.Adolf am 2.Oktober 1631 festlich empfangen wurde, verkündete der König, daß er gekommen sei um das “allgemeine evangelische Wesen” und die “politische Freyheit” wieder auf eine feste Basis zu stellen.
Nachdem Gustav II.Adolf sogar München besetzte, sah sich Kaiser Ferdinand II. gezwungen schnellstens eine neue Armee der Katholiken aufzustellen. Zum uneingeschränkten Oberbefehlshaber berief er erneut Wallenstein. Der Generalissimus zog nach Sachsen und eroberte am 1. November 1632 Leipzig. Fünfzehn Tage später kam es bei Lützen zu der bis dahin schwersten Schlacht des Krieges. Nach großen Verlusten auf beiden Seiten, jeweils etwa 6.000 Tode waren zu beklagen, errangen die Schweden leichte Vorteile über die kaiserlichen Truppen und Wallenstein zog sich zurück. Allerdings hatten die Schweden einen unersetzbaren Verlust zu beklagen: König Gustav II.Adolf starb im Alter von 38 Jahren in dieser denkwürdigen Schlacht.
Vor diesem Treffen zog das schwedische Heer auch durch Eckartsberga. Am 28. Oktober1632 erreichte ein kleiner schwedischer Reitertrupp die Stadt mit der Botschaft, daß der König in Eilmärschen nahe, um den Feind jenseits der Saale schlagen zu wollen. In der Nacht zum 29. Oktober wurde es dann auf den Straßen der Stadt lebendig. Ein schwedischer Obrist mit einigen hundert Soldaten durcheilte sie, um seinem König in Naumburg Quartier zu machen. In der Mittagsstunde des 30. Oktober war dann das schwedische Heer in Eckartsberga angelangt. Vor dem Untertor schmetterten die Trompeten der Reitergeschwader. Das riesige Heer zog über die Hauptstraße der Stadt und machte dann auf der Höhe des Sachsenberges halt.
Heute steht hier ein Gedenkstein mit folgender Inschrift:
“Hier hielt in der Mittagsstunde des 30. Oktober 1632 Gustav Adolf mit seinem Heere Betstunde, ehe er in die Lützener Schlacht zog.”
Der Bürgermeister hatte 15 Scheffel Korn mahlen und backen lassen und sandte das Brot mit einigen Fässern Wein und Bier den Berg hinauf. Zehn Jahre hatten die Schweden die Eckartsburg besetzt, um die wichtige Straße unterhalb der Burg zu sichern. Selbst nach dem Westfälischem Frieden blieben in der Mitte Deutschlands schwedische Posten bestehen, um die Bezahlung der Kriegssteuern und Entschädigungsgelder zu überwachen. Erst im August 1650 zogen die schwedischen Truppen aus Thüringen und Sachsen ab, und der langersehnte Frieden kehrte ein.
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